
Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten für die Woche vom
6. bis 10. Februar 2012
DAX
Deutlich besser als erwartete US-Konjunkturdaten sorgten zum Wochenschluss für ein wahres Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten. Der DAX sprang um mehr als 1,6 % auf 6766 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet dies ein ansehnliches Plus von beinahe 4 %. Damit gelang dem deutschen Leitindex der siebte Wochenanstieg in Folge. Trotz der mittlerweile deutlich überkauften Indikatorenlage könnte der Aufwärtstrend anhalten. Das bereits mehrfach erwähnte Kursziel 6950/7000 Punkten rückt immer stärker ins Blickfeld. Hier findet sich zum einen die Kurslücke vom 2. August 2011 bei 6953 Punkten und zum anderen das 76,4-%-Fibonacci-Retracement der Bewegung 7600/4985 Punkten. Spätestens in dieser Region dürfte dem DAX die Kraft ausgehen und es zu einer stärkeren Konsolidierungsbewegung kommen. Auf dem Weg zu dem genannten Kursziel finden sich noch Widerstände bei 6771 bzw. 6823 Punkten. Auf der Unterseite sollte ein Fall unter den Bereich von 6483/6436 vermieden werden.
EuroStoxx 50
Unsere Hoffnung, dass es dem EuroStoxx-50-Index in der abgelaufenen Woche gelingen könnte, die wichtige Marke von 2500 Punkten zu überwinden, hat sich erfüllt. Getrieben von teilweise guten Konjunkturdaten sowie der sich allmählich verfestigenden Marktmeinung, dass die düsteren Konjunkturerwartungen nicht eintreten werden, gelang dem EuroStoxx 50 zunächst der Anstieg über die 200-Tages-Linie bei 2451 Punkten. Am Freitag sorgten gute US-Arbeitsmarktdaten dafür, dass der europäische Largecap-Index mit 2515 Punkten aus dem Handel ging. Technisch wäre damit der Weg frei Richtung 2700/720 Punkten. Allerdings muss dazu ein breites Widerstandsband mit Tiefs und Hochs aus dem Mai/Juni 2010 bei 2502/2560 Punkten noch durchstoßen werden. Angesichts der im Positiven verlaufenden technischen Indikatoren sollte der Aufwärtstrend trotz des Erreichens der mittelfristigen Widerstandszone eine Fortsetzung erfahren. Bei Kursen unter 2400 Punkten würden sich die Aussichten eintrüben.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche um 1,6 % zu und schloss bei 12862 Punkten. Marktbreitere Indizes zeigten erneut eine bessere Entwicklung. So konnte der S&P 500 um 2,2 %, der Nasdaq Composite sogar 3,2 % zulegen. Alle oben genannten Indizes notieren im Bereich eines mehrmonatigen Hochs. Gute Makrodaten konnten den US-Märkten einen erneuten Impuls zur Oberseite geben, der US-Arbeitsmarkt überraschte positiv und die ISM-Indices signalisieren weiterhin Wachstum. Sie liegen über der kritischen 50er-Marke. Bei aller Euphorie über die Arbeitslosenquote von 8,3 % gilt es zu beachten, dass die USA eine stille Reserve von Arbeitskräften von weit über 80 Millionen hat, die in dieser Statistik nicht enthalten ist. Die Quartalszahlen lagen eher über Erwartungen, wie z. B. von Qualcomm, Mastercard, Broadcom oder Pfizer, während Amazon enttäuschte. Insgesamt gesehen sind die Indizes nach der jüngsten Aufwärtsbewegung nach wie vor im überkauften Bereich. Selbst wenn sich der US-Markt in dieser Woche erneut von seiner starken Seite zeigen sollte, erwarten wir aufgrund der derzeitigen Marktcharakteristik bestenfalls eine, in der Summe gesehen, Seitwärtsbewegung. Abgesehen von der Nasdaq, zeigen sich die Märkte in der Marktcharakteristik eher distributiv, was im Gegensatz zu den Kursgewinnen steht. Insofern gehen wir davon aus, dass der Dow derzeit keine Kraft hat, um sich nachhaltig über den Verlaufshochs des vergangenen Jahres im Bereich von 12751/12753 Punkten (Juli 2011) bzw. 12876 Punkten (Anfang Mai 2011) zu halten. Selbst, wenn wir uns in einem Bullenmarkt befänden, erwarten wir demzufolge eine Konsolidierung und halten das Aufwärtspotenzial derzeit für begrenzt (max. 13000er-Marke). Wir gehen also davon aus, dass wir uns in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der aktuellen Rallye befinden. Eine wichtige Unterstützung lässt sich im Bereich von 12450 Punkten festmachen, gefolgt vom Bereich um 12300 Punkten, mit der 38-Tage-Linie (12379 Punkten) und dem Verlaufshoch vom 27.10.2011 bei 12284 Punkten. Eine weitere Unterstützung auf der Unterseite ist die 50-Tage-Linie (12240 Punkte). Beide sind steigend und sollten zunächst als Unterstützung wirken. Die wichtigste Unterstützung ist jedoch die 200-Tages-Linie bei 11983 Punkten. Wenn unser Take, dass wir die letzten vier Wochen eine Bärenmarktrallye gesehen haben, Bestand haben soll, dann muss der Markt jetzt fallen.
Bund-Future
Der Bund-Future notiert derzeit bei 138,72 Punkten. Das Rentenbarometer hat im Vergleich zur Vorwoche leicht verloren. Entscheidend für die Rentenoptimisten wird nun sein, ob die Marken von ca. 139,19 und ca. 139,58 Punkten wieder zurückerobert werden können. Sollte dies gelingen, so könnte nochmals ein Anstieg bis zum bisherigen Allzeithoch bevorstehen. Kritisch wird es, wenn der Basisaufwärtstrend seit Frühjahr 2011 nach unten durchbrochen werden sollte. Dieser verläuft derzeit bei ca. 136,80 Punkten. Dann könnte ein Test bis zu den Tiefs bei 132,99 bzw. 132,89 Punkten anstehen.