Schutz und Sicherheit im Zeichen der Burg
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Motorrad Das lange Warten hat ein Ende! Für viele Motorradfahrer hat nach der Winterpause nun endlich wieder die Saison begonnen. Doch bevor Sie sich auf Ihre geliebte Maschiene schwingen, sollten Sie einiges beachten. Das sichere Beherrschen der Maschine, kontrolliertes Fahren sowie richtige Kleidung und Ausrüstung sind für einen gelungenen Start in die Saison unerlässlich.



Gründlicher Check der Maschine
Vor dem Start ist ein gründlicher Check von Maschine und Ausrüstung, vor allem des Helms (Visierkontrolle!) und der Schutzkleidung unbedingt notwendig. Einige Dinge können Sie dabei selbst erledigen: Ölstand und Beleuchtungsanlage prüfen, Kette schmieren und gegebenenfalls nachspannen, Reifenprofile und Luftdruck kontrollieren. Stehen allerdings Arbeiten an Lenkung und Bremse an oder das Erneuern von Kettenblatt und Ritzel, das Auswuchten der Räder sowie das Einstellen von Zündung, Vergaser und Ventilen, sollten Sie den Fachmann in der Werkstatt aufsuchen. Gerade in der Übergangszeit gibt es dort genug freie Kapazitäten und die geliebten Feuerstühle werden technisch sorgfältig vorbereitet.

Reifencheck
Insbesondere die Reifen sind sicherheitsrelevante Bauteile und regelmäßig zu kontrollieren: Haben sie genügend Luft? Ist die Profiltiefe noch in Ordnung? Sind sie gleichmäßig abgefahren? Die Pneus sind der direkte Kontakt zur Straße. Erhebliche Kräfte, u. a. beim Beschleunigen und Bremsen, müssen von ihnen auf die Fahrbahn übertragen werden. Gibt es dabei Probleme, verlängert sich der Bremsweg, die Stabilität des Motorrads wird verringert und es kommt zu einer erhöhten Unfallgefahr. Besonders bei einem plötzlichen Ausweichmanöver kann die Maschine dann schnell ins Schleudern geraten. Daher sollten nur Reifen mit deutlich mehr als der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm verwendet und der Luftdruck immer der entsprechenden Zuladung angepasst werden.

Das richtige Outfit
Was für Autofahrer das Chassis, ist für Motorradfahrer die Schutzkleidung. Weil Sie ohne Sicherheitsgurt und Knautschzone unterwegs sind, ist die korrekte Ausrüstung lebenswichtig. Denken Sie daran, dass Wetter und Temperaturen jetzt noch recht wechselhaft sind. Gute Biker-Kleidung schützt nicht nur vor den Folgen eines Unfalls, sie hält auch Kälte und Nässe ab und wirkt im Sommer temperaturausgleichend.
Gute Kombis polstern bestimmte Aufprallzonen mit sogenannten Protektoren ab. Sie haben eine hohe Aufpralldämpfung und gewährleisten einen angenehmen Tragekomfort. Auch spezielle Rückenprotektoren lassen sich unter der Kombi tragen. Unerlässlich ist auch der Nierengurt: Er hält die Rückenpartie warm und schützt so die Organe.
Nach wie vor am beliebtesten sind Lederanzüge. Sie wärmen, schützen vor Wind und besitzen eine große Abriebfestigkeit. Allerdings hat dieses Material auch Nachteile: Es ist nicht wasserdicht. Wer dennoch auf Leder setzt, muss an zusätzlichen Regenschutz denken. Textilkombis hingegen sind atmungsaktiv, kälte- und nässeabweisend und haben meist auch eine sehr gute Signalwirkung.
Die Bekleidung sollte den Körper nicht nur gut vor den Auswirkungen von Wetter und Stürzen schützen, sondern auch möglichst auffällig sein. Denn Autofahrer rechnen besonders im Frühjahr nicht mit Bikern und übersehend die schmale Silhouette leider oft. Leder- und Textilkombis sollten deshalb in Signalfarben und reflektierenden Materialien gewählt werden.
Bei der Auswahl des Helms sollten Sie Köpfchen beweisen. Da drei Viertel aller Motorrad-Unfälle Frontalkollisionen sind, empfehlen Experten den Kauf eines Integralhelms mit Kinnbügel und Visier. Er umschließt den ganzen Kopf einschließlich Gesicht. Der offene Jet-Helm ist zwar angenehmer zu tragen, bietet aber nur eingeschränkten Schutz, denn er lässt besonders die Kinnpartie frei. Der Helm muss fest anliegen, darf aber nicht drücken. Das Visier sollte nicht beschlagen und frei von Kratzern sein. Außerdem muss der Schutzhelm der Europa-Norm entsprechen, deshalb beim Kauf auf das ECE-Prüfsiegel achten. Es garantiert dem Fahrer einen hohen Sicherheits-
standard. Dieses Siegel finden Sie an einer Stoffplakette am Innenfutter oder am Kinnriemen. Der Einnäher zeigt ein E mit einer Ziffer im Kreis.
Auch Stiefel und Handschuhe gehören zur Standardausrüstung. Die Handschuhe sollten aus robustem Rind- oder Ziegenleder sein, dann sind sie besonders reiß- und abriebfest. Metallnieten sind widerstandsfähiger, wenn sie mit einem hitzefesten Material unterlegt sind. Die Stulpen sollten so lang sein, dass sie auch bei ausgestreckten Armen die Jackenärmel überdecken. Da das Sprunggelenk und die Unterschenkel bei Motorradunfällen am häufigsten betroffen sind, darf an den Stiefeln auf keinen Fall gespart werden. Richtige Motorrad-Stiefel sind aus mindestens 2 Millimeter dickem Leder und reichen über die Wade. Sie haben verstärkte Zehenkappen und einen speziellen Fersen- und Knöchelschutz.

Langsames Einfahren und -gewöhnen
Nach der technischen Überprüfung und der Wahl des richtigen Outfits ist es sinnvoll, zum Saisonstart einen Verkehrssicherheits- oder leeren Parkplatz aufzusuchen. Dort können Sie das Verhalten Ihres Zweirads ausprobieren und z. B. Bremsen und Ausweichen üben. Denn nach monatelanger Pause müssen auch Mensch und Maschine wieder aneinander gewöhnt werden. Übungsfahrten unter Freunden mit Kurven- und Bremstests auf einem leeren Großparkplatz machen Spass und trainieren die "Bikermuskeln". Spannende Touren durch unbekanntes Gebiet sollten Sie erst unternehmen, wenn Sie sich wirklich sicher fühlen.

Der erste Kurztrip
Bevor es losgeht, kümmern Sie sich zunächst um das richtige Beladen der Maschine. Ein Blick in den Fahrzeugschein gibt Aufschluss über das zulässige Gesamtgewicht, das mit Fahrer, Sozius/Sozia und Gepäck nicht überschritten werden darf. Fest installierte Koffersysteme sind besser als lose Packtaschen. Platzieren Sie schwere Gegenstände immer mittig und möglichst weit unten. Regenbekleidung gehört griffbereit obenauf, ebenso wie Papiere, Bargeld und Kreditkarten. Straßenkarten sind in einem Tankrucksack mit entsprechendem Fach gut aufgehoben. Bleibt nur noch, den Reifendruck nach oben zu korrigieren, Schutzkleidung anzuziehen und den Helm nicht zu vergessen. Tasten Sie sich anfangs vorsichtig an das veränderte Fahr- und Bremsverhalten des Motorrads heran und steigern Sie die Länge der Etappen allmählich. Dann steht einem genussvollen Kurztrip auf zwei Rädern nichts mehr im Weg.

Sicheres Kolonnenfahren
Ein Kurztrip mit den Biker-Freunden hat einen ganz besonderen Reiz: Gemeinsam auf Landstraßen und Autobahnen das Gefühl von Abenteuer und Freiheit erleben, anschließend geselliges Beisammensein und nicht zuletzt den eigenen Kult pflegen. Doch das Fahren in der Gruppe, zumal in der Kolonne, ist nicht ungefährlich. Es erfordert ein hohes Maß an Disziplin und eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen:

  • Wenn es losgeht, setzt sich der Biker mit der größten Erfahrung und der besten Streckenkenntnis an die Spitze der Kolonne.
  • Weniger erfahrene Biker mit leistungsschwächeren Zweirädern sind in der Mitte der Kolonne gut aufgehoben.
  • Das Schlusslicht bildet ein routinierter Fahrer mit PS-starker Maschine.
  • Niemals nebeneinander, sondern leicht versetzt hintereinander fahren; dabei ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten.
  • Möglichst wenig überholen. Muss es doch sein, leitet grundsätzlich der Fahrer an der Spitze das Manöver ein. Alle anderen folgen einzeln nach, sobald der jeweilige Vordermann sein Überholmanöver beendet hat.

Kontrolliertes Fahren
Das Beschleunigungspotenzial von Motorrädern stellt besondere Anforderungen an das Reaktionsvermögen der Piloten. Dazu gehört auch, für andere Verkehrsteilnehmer mitzudenken. Diese müssen sich nämlich ihrerseits erst wieder an die schnell auftauchenden und leicht zu übersehenden Motorräder gewöhnen. Achten Sie besonders in Linkskurven darauf, dass Sie durch die Schräglage mit Maschine und Körper nicht in den "Luftraum" der Gegenfahrbahn geraten. Niemals im toten Winkel "surfen" und schon gar nicht auf Vorfahrt oder sonstige Rechte bestehen! Denken Sie immer daran: Lieber etwas später ankommen als gar nicht ...


 
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